Hp Blume verarbeiten in ihrer Arbeit para-sites die Auswirkungen der industriellen Eingriffe auf den wilden Fluss. Sie schlagen ein neues Selbstverständnis der Neckar-Menschen als demütige Nutzniesser:innen des Flusses vor – ihre ambivalente Verwandtschaft zu den ursprünglichen, empfindsamen Lebewesen des Gewässers wird dabei am Motiv des Steinkrebses illustriert. Diese seit Jahrtausenden am Neckarufer heimische Flusskrebs-Art benötigt zum Überleben natürlich-steinige Uferverläufe und eine hohe Wasserqualität. Durch die Begradigung, Verschmutzung und Erwärmung des Neckars ist eher daher stark bedroht. Die Abkehr vom ignorant-gewalttätigen Umgang mit dem Gewässer und seinem Ökosystem hin zu einer sensibleren Haltung gegenüber dieser flüchtigen Lebensgrundlage steht im Fokus des Projektes. Eine amphibe Plattform bietet die Möglichkeit, aus geringer Distanz eine direkte, mehrdimensionale Beziehung mit dem traumatisierten Fluss einzugehen, und ermutigt dadurch eine Betrachtungsweise jenseits des „Nutzgewässers“.